Design, Vintage, Dekoration, Industriestil: Wie findet man sich da zurecht?

Zu jeder Trödel- und Markt-Saison tauchen immer wieder dieselben Begriffe auf: Design, Vintage, Deko, Industrie...

Doch hinter diesen oft verwechselten Begriffen verbergen sich ganz unterschiedliche Realitäten. 

Wir bei Undesignable glauben, dass die Verwendung des richtigen Wortes dem Objekt selbst gerecht wird. Das Vokabular ist wichtig.

Bild
© Parisian Clichés | Undesignable

Eine Welt voller Gegenstände

Im Durchschnitt mehr als 500 Gegenstände bevölkern unsere Wohnräume: Lampen, Tische, Stühle, Vasen. Manche fallen kaum auf, andere erzählen eine Geschichte. Denn ein Möbelstück ist niemals neutral. Es ist Zeuge einer Epoche, einer Technik, einer kreativen Geste. 

Deshalb ist es kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, einen Gegenstand zu identifizieren, zu verstehen und einzuordnen. Nicht nur seine Funktion verleiht ihm Wert, sondern auch sein Design, seine Patina und seine kulturelle Bedeutung.

Vintage: die Authentizität des Jahrgangs

Der Begriff „Vintage“ stammt aus dem Weinvokabular: ein guter Jahrgang. 

Im weiteren Sinne wird er auf Objekte der dekorativen Künste angewendet und von Secondhand-Läden in großem Umfang aufgegriffen. 

Ein Möbelstück gilt als Vintage, wenn es aus der Epoche stammt, authentisch, unverändert und nicht neu aufgelegt ist. Es kann aus einer Serienproduktion oder einem industriellen Verbund stammen, bewahrt jedoch die Spuren seiner Zeit. 

Sein Wert liegt in seiner Patina, seiner Authentizität und seiner Fähigkeit, kulturelle Erinnerungen zu wecken. 

Darüber hinaus bedeutet der Kauf von Vintage-Artikeln umweltbewusstes Konsumverhalten: die Lebensdauer eines Gegenstands zu verlängern, ihn vor dem Vergessen zu bewahren und ihm eine neue Verwendung zu geben.

Design: eine Frage der Absicht

Design“ leitet sich vom altfranzösischen Wort „dessein“ ab: eine Zeichnung, die ein Projekt verkörpert. 

Ein Designermöbelstück ist nicht nur schön, es ist darauf ausgelegt, eine Nutzungsweise zu verändern, ein neues Material einzuführen oder einer gesellschaftlichen oder technischen Herausforderung gerecht zu werden. 

Es ist diese Intention, die den Stuhl von Jean Prouvé, den Lounge Chair von Charles und Ray Eames oder den Sessel „Tongue“ von Pierre Paulin von einem bloßen Dekorationsstück unterscheidet. 

Design zu kaufen bedeutet nicht, der Nostalgie nachzugeben, sondern sich für ein bedeutungsvolles Objekt zu entscheiden, das Funktionalität, Ästhetik und Menschlichkeit in Einklang bringt.

Dekoration: Unschärfe und Sofortwirkung

„Dekoration“ ist ein von Zeitschriften populär gemachter Sammelbegriff, der alles miteinander vermischt: grobe Neuauflagen, selbst gebastelte Umgestaltungen, Kreationen, die nur dazu dienen, „hübsch auszusehen“. 

In diesem Zusammenhang hat der visuelle Effekt Vorrang vor Geschichte und Funktion. Während Design und Vintage in einer Kultur und einer Erinnerung verwurzelt sind, begnügt sich „Deko“ oft damit, durch den momentanen Eindruck zu bestechen.

Der Industriestil: Robustheit und Authentizität

Die Industriemöbel hingegen stammen aus der Arbeiterwelt: Tolix-Stühle, Werkstattbänke, Werkstattlampen. 

Diese Objekte, die eher darauf ausgelegt waren, zu bestehen als zu verführen, sind heute wegen ihrer Robustheit und ihrer Authentizität begehrt. 

Aber Vorsicht: Der „Industrie“-Stil ist zu einem Trend geworden, der häufig kopiert wird, ohne Bezug zu seiner Geschichte. Daher ist es notwendig, das echte Kulturgut von seiner dekorativen Nachahmung zu unterscheiden.

Warum muss man präzise sein?

Bei Undesignable sind wir der Überzeugung, dass eine präzise Terminologie das Objekt schützt und den Käufer aufklärt. 

Ein Sessel von Pierre Paulin kann nicht mit einer generischen Neuauflage gleichgesetzt werden. 

Die korrekte Bezeichnung dient dazu, den Wert, die Erinnerung und die Funktion des Objekts zu bewahren. Es bedeutet auch, den Kaufakt in einen verantwortungsbewussteren Kontext zu stellen: das Original zu bevorzugen, den Lebenszyklus zu verlängern, die Geschichte zu würdigen.

Design ist kein Trend. Es ist eine Kultur. 
 

Achille

When I was young, all we ever heard was: be serious, be serious. But design should also be fun.

Top