Die PH-Serie von Poul Henningsen

Im Dänemark der Zwischenkriegszeit verändert ein unkonventioneller Architekt unser Verhältnis zum Licht für immer. Mit der Entwicklung seiner berühmten Lampen PH für Louis Poulsen erfindet Poul Henningsen ein Design, das zugleich wissenschaftlich, demokratisch und poetisch ist. 

Rückblick auf eine Lichtrevolution, die 1925 ihren Anfang nahm.

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PH. Poul Henningsen. Poulsen

Ein engagierter und multidisziplinärer Schöpfer

Der 1894 geborene Poul Henningsen – den ganz Dänemark „PH“ nennt – ist nicht nur Designer. Als Autor, Architekt, Journalist und Polemiker verkörpert er die vielschichtige Figur des modernen Intellektuellen. In den 1920er Jahren verfasste er zahlreiche Schriften und trat häufig öffentlich auf, oft mit kritischen Äußerungen gegenüber dem kulturellen Konservatismus. 

Als linker Aktivist setzt er sich für ein nützliches, rationales und soziales Design ein: Für ihn bedeutet das Entwerfen eines Objekts in erster Linie, einem konkreten Bedarf gerecht zu werden.

Er lehnt jede Form von unnötiger Zierde ab und bevorzugt einen wissenschaftlichen Ansatz für den Alltag. „ Es geht darum, durch wissenschaftliches Arbeiten das Licht reiner, sparsamer und schöner zu machen“, schreibt er. 

In diesem Sinne widmet er sich der elektrischen Beleuchtung – einem Bereich, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch im Experimentierstadium war –, um jedem einen modernen, zugänglichen und angenehmen Sehkomfort zu bieten.

1925: eine Revolution in der Beleuchtung

Auf der Internationalen Ausstellung für moderne dekorative und industrielle Künste in Paris im Jahr 1925 kam es zu einer Wende. Henningsen präsentiert dort die erste Leuchte der PH-Serie, die von Louis Poulsen herausgegeben wird. Ein sofortiger Erfolg: Das Modell gewinnt eine Goldmedaille und macht seinen Schöpfer zu einem Pionier des modernen Designs.

Die PH-Leuchten geben Antwort auf eine zentrale Frage jener Zeit: Wie lässt sich das elektrische Licht, das damals oft grell, blendend und wenig leistungsfähig war, beherrschen? 

Die Glühbirnen jener Zeit strahlten ein direktes, unangenehmes Licht aus. Henningsen entwickelte ein System aus übereinanderliegenden Schirmen, das das Licht streuen und mildern sollte.

Bereits 1926 gingen die PH-Leuchten in Produktion und feierten einen immensen Erfolg. Fast ein Jahrhundert später sind sie immer noch im Katalog von Louis Poulsen zu finden – ein Beweis für eine seltene Balance zwischen technischer Innovation und zeitloser Eleganz.

Ein aus der Wissenschaft entstandenes Design

Hinter ihrer luftigen und skulpturalen Erscheinung verbergen die PH-Leuchten eine gründliche Forschungsarbeit. Henningsen experimentierte mit Materialien, Formen und Winkeln, um die Lichtstreuung zu steuern. Er entwickelte ein System aus konkaven und konvexen Reflektoren, die in einer logarithmischen Spirale angeordnet sind.

Jedes Element reflektiert das Licht, ohne jemals zu blenden. Das Ergebnis: ein Licht, das zugleich direkt und indirekt, sanft und präzise ist.

Diese von der Optik inspirierte Methode revolutioniert die Wohnraumbeleuchtung: Licht ist nicht mehr nur ein einfacher Lichtstrom, sondern wird zu einem Element des Komforts und der Architektur. 

Die metallischen oder opalisierenden Lampenschirme filtern, streuen und modulieren die Helligkeit und sind dabei kostengünstig in der Herstellung. Die Leuchte, die bisher rein dekorativ war, wird zu einem für alle zugänglichen Werkzeug, das für das moderne Leben konzipiert ist.

Erbe und Nachwelt

Das von Henningsen erfundene Prinzip wird eine ganze Leuchtenfamilie hervorbringen, von der jede neue Varianten desselben Konzepts erkundet: die PH Snowball (1924), die PH Louvre (1957) und die spektakuläre PH Artichoke (1958), ein Meisterwerk aus Licht und Symmetrie.

Diese Leuchten teilen dieselbe Philosophie: ein klares, sanftes, nützliches Licht ohne Künstlichkeit.

Mehr als nur einen Stil hat Henningsen eine Methode etabliert: Design als eine Wissenschaft im Dienste des Menschen zu betrachten. 

Sein Werk verkörpert die Quintessenz des skandinavischen Designs: Schlichtheit, Zugänglichkeit und funktionale Schönheit. Die PH-Lampen, die nach wie vor produziert und in Museen auf der ganzen Welt ausgestellt werden, erinnern daran, dass technischer Fortschritt gleichbedeutend mit Eleganz und Wohlbefinden sein kann.

Ein Licht, das noch immer leuchtet

Fast hundert Jahre nach ihrer Entstehung strahlen die PH-Lampen weiterhin in zeitgenössischen Innenräumen. Sie haben mehrere Generationen von Designern inspiriert, von Verner Panton bis hin zu Philippe Starck, und symbolisieren diese seltene Verbindung zwischen Vernunft und Emotion.

In einer Welt, die von Bildern und Bildschirmen überflutet ist, bleibt die Idee von Henningsen absolut zeitgemäß: Licht als Lebenskunst zu begreifen.

 

Achille

« Two little drops of poetry » — une expression qu’il utilisait pour décrire son approche du design : allier fonctionnalité et beauté avec une touche poétique

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